Schon irgendwie komisch.
Jedes mal, wenn ich in meinen Alfa steige, warte ich förmlich drauf, dass irgendetwas abfällt, eine Radkappe blechern davon rollt, oder irgendwas schief geht, oder spontan beschlossen hat zu streiken, oder von heute auf morgen defekt zu sein. So der Leumund, also das was "die Medien" und die Allgemeinheit, mit mir gemacht haben in Sachen Alfa. Ich erwarte förmlich dauernd, dass irgendwas passiert, weil Alfa: "da muss irgendwas (negatives) passieren".
Ich traue mich gewissermaßen gar nicht anzunehmen, dass das Auto ein Genuss, ein Genussmittel sein kann, eben weil ich in ständiger Prägung und Furcht lebe, dem Frieden nicht trauen zu dürfen.
Witzigerweise liest und hört man von vermeintlich "zuverlässigeren" Marken, dass es oft Probleme gibt. Ich finde es aber total schade, und irgendwie bezeichnend und es zeigt mir wie "mächtig" Marken bzw. Markenbewusstsein sind.
Auf der anderen Seite, ebenso mächtig, auch die Eingeschworenheit, die dann, gefühlt mit Stockholm Syndrom, die Eigenheiten / Macken einer Marke liebgewonnen haben und mich rügen, dass ich ja auch hier nicht dazu gehöre, weil es kein richtiger Alfa ist.
Ich für meinen Teil würde mich gerne zukünftig in den Tonale setzen und das Gefühl zulassen: "das ist ein wertiges Stück Auto. Hast du gut gekauft".
Manchmal fahre ich einen EQA und finde da vieles nicht so gut gelungen, und dennoch wirkt ""Mercedes"" auf mich ein und gehirnwäscht mich und sagt mir: "das Auto ist viel hochwertiger" (etc.).
Ich kann es beim Tonale tatsächlich nicht einschätzen in "welcher Liga" ich ihn einordnen würde, so im Gesamtpaket. Vielleicht ist das auch nicht wichtig, aber vielleicht auch eben genau das was mir fehlt und verwehrt, dass ich ihn nicht (genug) zulassen kann.